2025 entwickelte sich die Schweizer Biotech-Industrie sehr erfolgreich. Der am Swiss Biotech Day in Basel von der Swiss Biotech Association gemeinsam mit EY und sechs Partnerorganisationen veröffentlichte Swiss Biotech Report 2026 analysiert die Finanzierungen und wichtigsten Kennzahlen des Jahres 2025. Unter dem Leitthema ‘Talent and Tenacity’ beleuchtet er, wie die Schweizer Biotech-Industrie Talente gewinnt und weiterentwickelt und damit ihre Attraktivität als Kooperationspartner stärkt und internationale Allianzen fördert.
Mit CHF 7,5 Milliarden erreichte der Gesamtumsatz 2025 einen neuen Rekordwert, getrieben durch mehr Unternehmen mit marktfähigen Produkten und einer anhaltend stark wachsenden Nachfrage nach spezialisierten CDMO-Dienstleistungen. 53% der gesamten Schweizer Exporte entfielen auf die chemisch-pharmazeutische und Life-Sciences-Industrie, wobei Immunologika – darunter therapeutische Proteine, Zelltherapien und Impfstoffe – einen Rekordanteil von 20% erreichten (2024: 18%).
Die Investitionen in Schweizer Biotech-Unternehmen beliefen sich auf CHF 2,6 Milliarden. Die Finanzierung privat gehaltener Unternehmen stieg um 38% auf rekordhohe CHF 1,15 Milliarden; ihr Anteil am Gesamtfinanzierungs¬volumen lag 2025 bei 45%. Das global ausgerichtete Kooperationsmodell der Schweiz trug massgeblich zu diesem Wachstum bei: Internationale Investoren blieben wichtige Kapitalgeber für die Schweizer Biotech-Industrie, und Schweizer Biotech-Unternehmen nutzten zudem internationale Lizenz- und Kooperationsvereinbarungen, um zusätzliche Produktzulassungen zu erreichen und neue Umsatzquellen zu erschliessen. Die Zahl der Beschäftigten in Schweizer F&E-Biotech-Unternehmen – sowohl in börsenkotierten als auch in privat gehaltenen – erreichte mit über 21’000 einen neuen Höchststand.
Michael Altorfer, CEO der Swiss Biotech Association, kommentiert: «Die letztjährige starke Entwicklung der Industrie unterstreicht unser Engagement, Talente zu fördern und weiterzuentwickeln sowie Innovation und internationale Zusammenarbeit zu stärken. Der Grossteil der Investitionen stammt weiterhin aus dem Ausland und wuchs in US-Dollar gerechnet im Jahresvergleich um 20 Prozent – Ein beachtliches Ergebnis im aktuellen wirtschaftlichen und politischen Umfeld.»
Frederik Schmachtenberg, Partner bei EY und Global Life Sciences Lead für Financial Accounting Advisory Services, ergänzt: «Trotz eines anspruchsvollen Kapitalmarktumfelds erzielten Schweizer Biotech-Unternehmen 2025 Rekordumsätze von CHF 7,5 Milliarden und hielten ihre F&E-Investitionen auf hohem Niveau. Das Gesamtfinanzierungsvolumen erreichte CHF 2,6 Milliarden, mit einer Verschiebung von börsenkotierten zu privat finanzierten Unternehmen. Mit CHF 1,15 Milliarden nahmen sie so viel Kapital auf wie noch nie und lagen damit 38 Prozent über dem Vorjahr. Ihr Anteil am Gesamtfinanzierungsvolumen stieg auf 45 Prozent – ein Beleg für die starke Investorenbasis privat finanzierter Unternehmen.»
Die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Swiss Biotech Report 2026
2025 erzielte die Schweizer Biotech-Industrie mit CHF 7,5 Milliarden einen neuen Umsatzrekord (2024: CHF 7,2 Mrd.), während die F&E-Investitionen leicht auf CHF 2,5 Milliarden sanken (2024: CHF 2,6 Mrd.). Die Beschäftigung in Schweizer F&E-Biotech-Unternehmen erreichte mit über 21’000 Vollzeitäquivalenten einen Höchststand – getrieben durch mehr Unternehmen mit marktfähigen Produkten und die zunehmende Bedeutung der Schweizer CDMO.
Bei den Finanzierungen nahmen privat finanzierte Unternehmen mit CHF 1,15 Milliarden so viel Kapital auf wie noch nie und lagen damit 38% über dem Vorjahr. 2025 entfielen 45% des Gesamtfinanzierungsvolumens auf private Finanzierungen, gegenüber rund 30% in den Vorjahren. Zu den wichtigsten Finanzierungsrunden zählten Windward Bio (CHF 186 Mio.), GlycoEra (CHF 104 Mio.), Orbis Medicine (CHF 84 Mio.), Nucidium (CHF 79 Mio.) und Rhygaze (CHF 78 Mio.).
Bei den Finanzierungen börsenkotierter Unternehmen blieb das Marktumfeld anspruchsvoll. Dennoch realisierte BioVersys Anfang 2025 den grössten Börsengang Europas und nahm dabei USD 88 Millionen auf (2024: USD 106 Millionen durch vier europäische Börsengänge). Weitere börsenkotierte Unternehmen mit bedeutenden Folgefinanzierungen waren Moonlake (CHF 490 Mio.), Oculis (CHF 274 Mio.), Idorsia (CHF 216 Mio.) und ADC Therapeutics (CHF 129 Mio.).
Fusionen, Übernahmen und Kooperationen nahmen zu. Zu den bedeutendsten Transaktionen zählten die globale Lizenzvereinbarung von CDR-Life mit Boehringer Ingelheim (bis zu USD 456 Mio.), die globale Forschungs- und Lizenzoptionsvereinbarung von BioVersys mit Shionogi (bis zu CHF 479 Mio. zuzüglich Lizenzgebühren) sowie die Lizenzvereinbarung von Windward Bio mit Qyuns Therapeutics (bis zu USD 700 Mio.).
Der Swiss Biotech Report 2026 analysiert zudem die Faktoren, die zur breiten und vielfältigen Talentbasis der Schweiz beitragen, und zeigt deren Einfluss auf Innovation und globale Wettbewerbsfähigkeit.
Global Village und Swiss Biotech Success Stories Awards für herausragende Leistungen
Der Swiss Biotech Report 2026 wurde am Swiss Biotech Day am 4. und 5. Mai 2026 in Basel über 3’500 Gästen vorgestellt. Die Konferenz für Biotech-Führungskräfte wird zunehmend internationaler, auch unterstützt durch das Global Village, das in drei Jahren von 10 auf über 30 internationale Delegationen aus allen Kontinenten expandierte.
Für seine herausragenden Leistungen verlieh die Swiss Biotech Association Patrick Aebischer den Swiss Biotech Success Stories Award 2026. Als führender Neurowissenschaftler und prägende Persönlichkeit der Schweizer Biotech-Industrie spannt seine Karriere den Bogen von Forschung über institutionelle Führung bis hin zu Unternehmertum. Während seiner Präsidentschaft von 2000 bis 2016 transformierte er die EPFL zu einer weltweit führenden Forschungsinstitution. Er gründete vier Biotech-Unternehmen: CytoTherapeutics, Modex, Amazentis (Timeline) und Vandria. Aktuell ist er Mitglied der Verwaltungsräte von Nestlé und PolyPeptide und war zuvor Verwaltungsratsmitglied bei Lonza und Logitech. Zudem ist er Managing Partner bei Limani Partners und war Senior Partner bei ND Capital sowie Chairman des Novartis Venture Fund.
Medienkontakt
Swiss Biotech Association
Sabine Bamert
Head of Communications
swissbiotech.org/media
Der Swiss Biotech Report 2026
Der Swiss Biotech Report, dieses Jahr mit dem Titel ‘Talent and Tenacity’, beleuchtet die wichtigsten Trends, Innovationsfaktoren und Innovationsquellen und berichtet über Themen und Fakten zur Entwicklung der Schweizer Biotechindustrie.
Das Swiss Biotech Report Steering Committee
Michael Altorfer, Swiss Biotech Association
Frederik Schmachtenberg, EY
Florian Fisch, Schweizerischer Nationalfonds
Jan Lucht, scienceindustries
Hans-Peter Meyer, Schweizerische Akademie der Technischen Wissenschaften
Christian Moser Nikles, Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum
Jörg Schläpfer, Swissmedic
Sirpa Tsimal, Switzerland Global Enterprise
Swiss Biotech und die Swiss Biotech Association
Die 1998 gegründete Swiss Biotech Association vertritt die Interessen der Schweizer Biotech-Industrie. Um ihre Mitglieder in einem wettbewerbsintensiven Markt zu unterstützen, setzt sich die Swiss Biotech Association für optimale Rahmenbedingungen und den Zugang zu Talenten, neuen Technologien und finanziellen Ressourcen ein. Die Swiss Biotech Association arbeitet mit zahlreichen Partnern und Life-Science-Clustern weltweit unter der Marke Swiss Biotech™ zusammen, um die Schweizer Biotech-Industrie zu stärken und zu fördern.
EY
Die globale EY-Organisation ist führend in Wirtschaftsprüfung, Steuern, Transaktionen, Recht und Unternehmensberatung. EY unterstützt Unternehmen in den Bereichen Biotechnologie, Pharma und Medizinaltechnik dabei, die richtigen Allianzen zu bilden, Ressourcen besser zu verwerten und Kundenvertrauen aufzubauen. Die EY-Organisation ist in der Schweiz durch die Ernst & Young AG, Basel, an zehn Standorten sowie in Liechtenstein durch die Ernst & Young AG, Vaduz, vertreten.